18.01.2012
Für Solms ergeben sich daraus Forderungen an die Bundesregierung. So müssten die regulatorischen Vorgaben, die Investoren zwingend an die Verwendung externer Ratings binden, identifiziert, so weit wie möglich beschränkt und damit der Ansatz interner Bewertungssysteme gestärkt werden: "Dies liegt auch im Interesse der Rating-Agenturen selbst, die als privatwirtschaftliche Dienstleister dem Markt lediglich solide Informationen zur Verfügung stellen sollen."
Solms hält den Wettbewerb privater Anbieter für "das beste Instrument zur Qualitätssicherung von Ratings". Aus diesem Grund fordert die FDP die Bundesregierung auf zu prüfen, wie in Kontinentaleuropa eine oder mehrere unabhängige, privatwirtschaftlich finanzierte und organisierte Rating-Agenturen entstehen können, als zukünftiges Gegengewicht zu den angelsächsischen Strukturen. Er präzisiert: "Vorstellbar wäre ein Modell, das ähnlich der Stiftung Warentest staatsfern und frei von privaten Interessenkonflikten agiert." Außerdem sprach sich der Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen der FDP-Bundestagsfraktion dafür aus, dass "die Bundesregierung sich für eine Machbarkeitsstudie zur Schaffung einer europäischen Ratingagentur einsetzt und evaluiert, welcher europäische oder auch nationale Beitrag zum Anschub geleistet werden kann". Dabei müsse die Unabhängigkeit einer solchen Ratingagentur das oberste Gebot bleiben.
Solms will Einfluss der Ratingagenturen zurückführen
(18. Januar 2012) Die gleichzeitige Herabstufung von neun europäischen Staaten hat erneut eine Diskussion um den Stellenwert und die Unabhängigkeit von Rating-Urteilen angestoßen. Hermann Otto Solms ist der Ansicht, es werde zu Recht kritisiert, dass regulatorische Vorgaben, die eine Verwendung externer Ratings vorschreiben, "den Einfluss der Rating-Agenturen und das Gewicht ihres Urteils systematisch überhöhen". Diese quasi regulatorische Funktion führe zu mechanischen Kauf- oder Verkaufsreaktionen, die die Stabilität der Finanzmärkte beeinträchtigen könnten. Solms: "Es ist vor allem Sache der Investoren selbst, die Risiken in ihren Büchern zu bewerten und sich nicht allein auf externe Urteile zu verlassen. Die Wettbewerbssituation bei den Rating-Agenturen und damit die Breite des Informationsangebotes für Investoren ist auch zu schwach ausgeprägt. Die harte Verdrahtung von Ratings in der Regulierung verschärft auf unzulässige Weise die Marktmacht und den Einfluss der wenigen großen Agenturen."Für Solms ergeben sich daraus Forderungen an die Bundesregierung. So müssten die regulatorischen Vorgaben, die Investoren zwingend an die Verwendung externer Ratings binden, identifiziert, so weit wie möglich beschränkt und damit der Ansatz interner Bewertungssysteme gestärkt werden: "Dies liegt auch im Interesse der Rating-Agenturen selbst, die als privatwirtschaftliche Dienstleister dem Markt lediglich solide Informationen zur Verfügung stellen sollen."
Solms hält den Wettbewerb privater Anbieter für "das beste Instrument zur Qualitätssicherung von Ratings". Aus diesem Grund fordert die FDP die Bundesregierung auf zu prüfen, wie in Kontinentaleuropa eine oder mehrere unabhängige, privatwirtschaftlich finanzierte und organisierte Rating-Agenturen entstehen können, als zukünftiges Gegengewicht zu den angelsächsischen Strukturen. Er präzisiert: "Vorstellbar wäre ein Modell, das ähnlich der Stiftung Warentest staatsfern und frei von privaten Interessenkonflikten agiert." Außerdem sprach sich der Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen der FDP-Bundestagsfraktion dafür aus, dass "die Bundesregierung sich für eine Machbarkeitsstudie zur Schaffung einer europäischen Ratingagentur einsetzt und evaluiert, welcher europäische oder auch nationale Beitrag zum Anschub geleistet werden kann". Dabei müsse die Unabhängigkeit einer solchen Ratingagentur das oberste Gebot bleiben.





