Schule Schloss Stein: Lernen zwischen Chiemsee und Alpenpanorama
Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: der Besuch des Internates hat mich nie gereut. Ich habe mich in der Gemeinschaft sehr wohl gefühlt und im Unterricht viel gelernt. Unter anderem ist dies darauf zurückzuführen, dass während der Mittelstufenjahre im Schulunterricht sehr flexibel auf den jeweiligen Entwicklungsstand der einzelnen Schüler Rücksicht genommen wurde. Das war ein großer Vorteil gegenüber dem starren System in den staatlichen Schulen. Zum Abitur hin aber musste der hohe Standard des bayerischen Zentralabiturs erreicht werden. Wir wurden schließlich von einer staatlichen Kommission nicht nur in den Hauptfächern, sondern auch in allen Nebenfächern examiniert. Zum Abitur hin wurden also Lehrstoff und Lernanforderungen im Vormittagsunterricht spürbar anspruchsvoller. Der Nachmittag war neben der gemeinsamen Hausaufgabenstunde auch zahlreichen anderen Aktivitäten vorbehalten. In diesen Stunden erlernte ich beispielsweise die Grundlagen des Schreinerhandwerks. Zeugnis davon gibt ein Schachtisch, über den sich meine Mutter zu Weihnachten einmal sehr freute und der noch heute existiert. In der Schulband spielte ich Saxophon mit großer Begeisterung aber durchschnittlicher Begabung. Darüber hinaus brachten wir Schüler in jedem Jahr ein bis zwei Theaterstücke zur Aufführung – von der Klassik bis zur Moderne. Insgesamt wirkte ich an über zehn Theaterstücken mit. Vielleicht hat das später mein Interesse für den politischen Auftritt geweckt.
