Dr. Hermann Otto Solms, FDP - 2010 Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2010

23.10.2010

Solms: Fachkräfte für Deutschland

Nicht nur inländische, sondern auch internationale Medien berichten in diesem Herbst enthusiastisch über die erfolgreiche Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Mit einem Jahreswachstum von 3,4% steht Deutschland mit seinen Wirtschaftsindikatoren an der europäischen Spitze. Die Krise ist überwunden, Konsum und Investitionen steigen wieder. Um dieses Wachstum jedoch dauerhaft stabilisieren zu können, müssen wir genügend Fachkräfte in Deutschland haben, die der steigenden Nachfrage gerecht werden können.

Die aktuelle Diskussion über die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte ist deswegen ein dringend notwendiger Bestandteil dieses Aufschwungs. Laut Angaben des Bundes fehlen in Deutschland derzeit unter anderem über 36.000 Ingenieure und 66.000 Computerspezialisten. Auf Grund des demographischen Wandels wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter verstärken: Es stehen immer weniger qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung. Ein solcher Mangel an Fachkräften führt nicht nur zu Einbußen in den Bereichen Innovation und Produktion, sondern ohne sie entstehen auch deutlich weniger Beschäftigungschancen für geringer qualifizierte Arbeiter. Deswegen spielen gut ausgebildete Zuwanderer eine entscheidende Rolle für Deutschlands Zukunft.

Derzeit benötigt Deutschland vor allem Spezialisten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Deswegen darf die Antwort auf die Lücke auf dem Arbeitsmarkt nicht eine ziellose Lockerung der Einwanderungsreglungen sein. Wir müssen den Bedarf an Arbeitskräften, den wir im Inland nicht alleine decken können, genau analysieren und ihm dann, mit Hilfe einer gesteuerten Zuwanderung, gezielt entgegenwirken. Bei dieser Neureglung ist es sinnvoll, sich an erfolgreichen Einwanderungsmodellen aus anderen Ländern zu orientieren. Ein wie in Kanada gebräuchliches Punktesystem würde es uns erleichtern, die Zuwanderung direkt auf den Bedarf des Arbeitsmarkts auszurichten.

Entscheidend ist, dass wir auf transparente Weise festlegen, wer nach Deutschland einwandern darf und zu welchen Bedingungen die Zuwanderung stattfindet. Es muss sichergestellt werden, dass Einwanderer neben ihren Fachkenntnissen auch die Bereitschaft mitbringen, sich kulturell in unsere christlich-abendländisch geprägte Gesellschaft zu integrieren. Im Gegenzug müssen wir den Migranten bei ihrer Integration hilfreich zur Seite stehen. So plant die Bundesregierung, Berufsabschlüsse von bereits in Deutschland lebenden Zuwanderern künftig deutlich schneller anzuerkennen. Auch die Einkommensgrenzen für Hochqualifizierte im Aufenthaltsrecht sollten gesenkt werden. Auf diese Weise kann es uns gelingen, den derzeitigen Mangel an Fachkräften als Chance für eine kluge Zuwanderungspolitik der Zukunft zu verstehen.

Datei zum Herunterladen: 10-10-23_Solms_-Fachkraefte_fuer_Deutshcland.pdf (74,70 KB)

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