Die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten habe ich mir einfacher vorgestellt

Dimitri Wegel In diesem Jahr drehte sich in der Veranstaltung alles um das Planspiel „Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren“. Das Spiel soll dazu beitragen, den Weg der Gesetzgebung für Jugendliche nachvollziehbar zu machen, indem die Teilnehmer die Arbeitsweise der Volksvertretung sozusagen am eigenen Leib erfahren. Vom 14. bis 17. Oktober waren also 308 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz Deutschland in Berlin zusammengekommen. Während dieser vier Tage schlüpften die Jugendlichen in die Rollen der Bundestagsabgeordneten. Plenardebatten, Fraktions- und Ausschusssitzungen und Pressekonferenzen, Gesetzentwürfe und Drucksachen: die ganze Bandbreite parlamentarischen Alltags konnten die Jugendlichen dabei erleben.
Dimitri Wegel zeigte sich von dem Projekt rundum beeindruckt. Es sei gut organisiert gewesen und habe ihm gut gefallen. „Wir konnten uns im Reichstag frei bewegen, und die Plenardebatten fanden sogar im Plenarsaal des Reichstags statt. Das ist etwas anderes, als auf der Besuchertribüne nur als Zuhörer dabei zu sein. Die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten habe ich mir allerdings einfacher vorgestellt“, sagt er und fährt fort: „Die Abgeordneten haben viel zu tun und die ganze Woche über einen vollen Terminkalender.“
Der Herderschüler mit den beiden Lieblingsfächern Chemie sowie Politik und Wirtschaft war während des Planspiels Mitglied einer kleinen Gruppierung. In seiner Fraktion, erzählt er, hätten sich die Teilnehmer schnell kennengelernt und rascher als in den großen Gruppen Informationen austauschen können. Das bewertet er positiv. Wegel, der bei der letzten Kommunalwahl mit seinem Cousin für die FDP für den Ortsbeirat in Lützellinden kandidiert hat, engagiert sich für Migranten und sozial benachteiligte Jugendliche und sitzt im Verwaltungsausschuss des Jugendbildungswerks. Aus der Veranstaltung hat er neue Erkenntnisse mit nach Hause gebracht: „Ich habe in Berlin die Situation einer kleinen Fraktion hautnah erlebt und mir ist klar geworden, wie schwierig eine Große Koalition das politische Handeln einer kleinen Fraktion macht. Das nächste Mal, wenn ich mich in einer Mehrheitsgruppe befinde, werde ich stärker als früher auf die Minderheiten achten, damit deren Rechte und Anliegen nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich durch das Planspiel verstanden, dass man Kompromisse finden sollte, auch wenn die Meinungen sehr weit auseinander gehen.“
Vom Berliner Nachtleben hat Dimitri Wegel übrigens nicht viel mitbekommen: „Abends waren wir einfach zu müde, um noch viel zu unternehmen. Aber im Hotel gab es eine Bar und man konnte Poolbillard spielen, um sich zu entspannen.“
