Beitrag für FamilienZeit
Was aber tun, wenn der Satz von Konrad Adenauer „Kinder kriegen die Leute von alleine“ einfach nicht mehr stimmen will? Zunächst einmal glaube ich nicht, dass Deutschland zu wenig Geld für Familien ausgibt. Schon jetzt betragen die Leistungen der öffentlichen Hand für Familien fast 100 Milliarden Euro pro Jahr. Aber in einem Land, in dem seit vielen Jahren niedrige Wachstumsraten zu verzeichnen sind und das Problem Arbeitslosigkeit mehr oder weniger nah jeden Haushalt erreicht, braucht es eine gehörige Portion Mut, sich für so etwas zukunftsgerichtetes und optimistisches wie Kinder zu entscheiden. Mehr Wachstum in unserem Land und eine positive Grundstimmung werden auch wieder zu mehr Familie führen.
Aber natürlich kann und muss die Politik in Deutschland die Rahmenbedingungen für Familien verbessern. Beispielsweise überlange Schul-, Ausbildungs- und Studienzeiten vermeiden, damit insbesondere für junge Frauen mehr Zeit bleibt, Beruf, Karriere und Familienplanung aufeinander abzustimmen. Sehr wichtig ist auch der bedarfsgerechte Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Deutschland. Nach meiner Überzeugung muss das nicht allein staatlich organisiert werden. Im Gegenteil, ein Nebeneinander von ausreichend kommunalen, kirchlichen und privaten Kinderbetreuungsmöglichkeiten würde den Familien erst die Freiheit geben, ihr Familienleben tatsächlich entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse zu gestalten. Der Staat jedenfalls hat nicht darüber zu entscheiden, was richtig oder falsch ist. Ob Kinder von einem Elternteil zu Hause betreut werden oder ob und wie lange sie in Kindergärten gehen – das entscheiden die Eltern. Nur die Freiheit zu dieser Entscheidung – die muss der Staat gewährleisten.
